Make
Automatisierung
Make — Visuelle Automatisierungs-Plattform mit großem App-Katalog (früher Integromat).
Beispiel
Make ist günstiger als Zapier und hat einen schöneren Visual-Editor.
Mehr im Glossar
Make ist eine Low-Code/No-Code Automatisierungsplattform, mit der Unternehmen verschiedene Softwareanwendungen und Dienste ohne Programmierkenntnisse miteinander verbinden können.
In einfachen Worten
Stellen Sie sich Make wie einen digitalen Assistenten vor, der ständig Routineaufgaben für Sie erledigt. Wenn ein Kunde eine Bestellung aufgibt, kann Make automatisch eine Rechnung erstellen, den Lagerbestand aktualisieren und eine Benachrichtigung an den Versand senden. Sie müssen nicht mehr manuell zwischen verschiedenen Programmen hin- und herwechseln. Make funktioniert nach dem Prinzip von Bausteinen: Sie ziehen Module aus verschiedenen Diensten (wie E-Mail, CRM oder Buchhaltungssoftware) auf eine Arbeitsfläche und verbinden sie logisch miteinander. Das Ganze ähnelt dem Erstellen eines Flussdiagramms, bei dem jeder Schritt automatisch ausgeführt wird.
Was bedeutet das technisch
Make (ehemals Integromat) ist eine cloudbasierte Integrationsplattform (iPaaS – Integration Platform as a Service). Sie ermöglicht die Erstellung von sogenannten „Szenarien“, die aus einer Abfolge von Modulen bestehen. Jedes Modul repräsentiert eine Aktion in einer verbundenen Anwendung, zum Beispiel „E-Mail senden“ in Gmail oder „Datensatz erstellen“ in einer Datenbank.
Die Verbindung zwischen Modulen erfolgt über Trigger und Aktionen. Ein Trigger startet ein Szenario, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt (z.B. eine neue Zeile in einer Google-Tabelle). Darauf folgen Aktionen, die Daten verarbeiten oder in anderen Systemen speichern. Make bietet über 1.500 vorgefertigte Verbindungen zu gängigen Diensten wie Salesforce, Shopify, Slack oder Microsoft 365. Die Plattform arbeitet mit einem eigenen Datenmodell und unterstützt komplexe Logik wie Bedingungen, Schleifen und Datenfilter. Anders als reine No-Code-Tools erlaubt Make auch die Verarbeitung von JSON, XML und API-Aufrufen, was technisch versierten Anwendern mehr Flexibilität gibt.
Warum es für KMU relevant ist
Für kleine und mittlere Unternehmen ist Make ein Werkzeug, um manuelle, fehleranfällige Prozesse zu automatisieren, ohne teure Entwickler beauftragen zu müssen. Typische Anwendungsfälle sind:
- Lead-Management: Wenn ein Interessent ein Kontaktformular ausfüllt, legt Make automatisch einen Datensatz im CRM an, sendet eine Bestätigungsmail und benachrichtigt den Vertrieb per Slack.
- Rechnungsverarbeitung: Eingangsrechnungen aus E-Mail-Anhängen werden extrahiert, in der Buchhaltungssoftware verbucht und zur Freigabe weitergeleitet.
- Bestandsverwaltung: Bei einem Verkauf im Onlineshop aktualisiert Make den Lagerbestand in der Warenwirtschaft und erzeugt einen Versandauftrag.
Die Kosten sind überschaubar: Make bietet ein kostenloses Modell mit begrenzten Operationen (ca. 1.000 Szenario-Ausführungen pro Monat). Für KMU mit höherem Bedarf beginnen die kostenpflichtigen Pläne bei etwa 9 Euro pro Monat. Das Risiko liegt vor allem in der Abhängigkeit von der Plattform: Wenn Make ausfällt, laufen automatisierte Prozesse nicht. Zudem sollten Unternehmen Datenschutzaspekte prüfen, da Daten über die Server von Make laufen. Für sensible Daten empfiehlt sich die Prüfung der DSGVO-Konformität oder der Einsatz von lokalen Alternativen.
Verwandte Begriffe
Zapier – ein direkter Konkurrent mit ähnlichem Funktionsumfang, aber einfacherer Bedienung
Low-Code – Entwicklungsansatz, der mit wenig Programmierung auskommt
API – Schnittstelle, die Make zur Verbindung von Diensten nutzt
Workflow-Automation – der Oberbegriff für die Automatisierung von Geschäftsprozessen
iPaaS – die technische Bezeichnung für cloudbasierte Integrationsplattformen wie Make
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