Temperature

KI-Grundlagen

Temperature — Stellschraube für Zufälligkeit der KI-Antwort — niedrig = konservativ, hoch = kreativ.

Beispiel

Temperature 0.2 für sachliche Antworten, 0.9 für kreatives Schreiben.

Verwandt: Prompt · LLM (Large Language Model)

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Die Temperatur ist ein Parameter in großen Sprachmodellen, der die Zufälligkeit der Textausgabe steuert – je höher die Temperatur, desto unberechenbarer die Antworten.

In einfachen Worten

Stellen Sie sich vor, Sie bitten einen Mitarbeiter, einen Satz zu Ende zu schreiben. Bei einer niedrigen Temperatur wählt er immer das naheliegendste, sicherste Wort – wie jemand, der stur nach Drehbuch spricht. Bei einer hohen Temperatur wird er kreativer, wählt überraschende Wörter oder sogar unpassende Begriffe. Das ist wie bei einem Koch: Niedrige Temperatur bedeutet, er hält sich streng an das Rezept. Hohe Temperatur bedeutet, er experimentiert mit ungewöhnlichen Zutaten. Die Temperatur ist also ein Regler zwischen Vorhersagbarkeit und Kreativität.

Was bedeutet das technisch

Technisch gesehen berechnet ein Sprachmodell für jedes nächste Wort eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über alle möglichen Wörter im Wortschatz. Die Temperatur beeinflusst diese Verteilung, bevor das Modell ein Wort auswählt. Konkret: Das Modell teilt die Wahrscheinlichkeiten durch den Temperaturwert. Bei einer Temperatur von 1,0 bleibt die Verteilung unverändert. Bei Werten unter 1,0 (z. B. 0,2) werden hohe Wahrscheinlichkeiten verstärkt und niedrige fast ausgeschlossen – das Modell wird deterministischer. Bei Werten über 1,0 (z. B. 1,5) werden die Wahrscheinlichkeiten eingeebnet – auch unwahrscheinliche Wörter haben eine echte Chance, ausgewählt zu werden. Bei einer Temperatur von 0,0 wählt das Modell immer das wahrscheinlichste Wort – die Antwort ist dann vollständig deterministisch.

Die Temperatur ist ein Parameter, den Sie beim Aufruf des Modells setzen. Sie beeinflusst nicht das Training, sondern nur die Texterzeugung. Typische Werte liegen zwischen 0,0 und 2,0. Ein Wert von 0,7 bis 0,9 gilt als ausgewogen für kreative Texte. Für faktenbasierte Antworten nutzen Sie Werte nahe 0,0.

Warum es für KMU relevant ist

Die Temperatur entscheidet darüber, ob eine KI verlässliche Fakten liefert oder kreative Ideen entwickelt. Für KMU hat das direkte Auswirkungen auf die Qualität der Ergebnisse. Ein Beispiel: Sie nutzen eine KI für die Kundenkommunikation. Bei einer Temperatur von 0,2 erhalten Sie standardisierte, korrekte Antworten – ideal für Support-Tickets. Bei einer Temperatur von 1,2 könnte die KI originelle Formulierungen finden, aber auch unpassende oder falsche Aussagen produzieren.

Ein weiteres Szenario: Sie lassen die KI Produktbeschreibungen schreiben. Mit niedriger Temperatur (0,1) entstehen konsistente, aber langweilige Texte. Mit hoher Temperatur (0,9) erhalten Sie abwechslungsreiche, kreative Beschreibungen – allerdings mit dem Risiko von Übertreibungen oder Fehlern. Für die Erstellung von Vertragstexten oder rechtlichen Dokumenten sollten Sie die Temperatur auf 0,0 setzen, um maximale Genauigkeit zu gewährleisten. Für Brainstorming oder Marketingtexte können Sie höhere Werte wählen.

Das Risiko: Eine zu hohe Temperatur führt zu sogenannten Halluzinationen – die KI erfindet Fakten. Eine zu niedrige Temperatur macht die Antworten monoton und wenig hilfreich. Für die meisten Geschäftsanwendungen empfehlen wir Werte zwischen 0,1 und 0,5. Testen Sie verschiedene Einstellungen für Ihren konkreten Anwendungsfall. Die Kosten ändern sich durch die Temperatureinstellung nicht – nur die Qualität.

Verwandte Begriffe

Top-P (Nucleus Sampling) – Alternative Methode zur Steuerung der Zufälligkeit

Halluzination – Fehlerhafte oder erfundene Informationen durch zu hohe Kreativität

Prompt Engineering – Techniken zur Steuerung der KI-Ausgabe

KI-Modell – Das zugrundeliegende neuronale Netz, das die Temperatur anwendet

Softmax-Funktion – Die mathematische Operation, die die Temperatur in Wahrscheinlichkeiten umrechnet