NAS

Hardware

NAS — Netzwerk-Speicher — oft kombiniert mit lokaler KI für RAG über eigene Dateien.

Beispiel

Synology DS923+ mit 32 TB plus eine kleine Workstation für lokale Modelle — RAG-Setup für KMU.

Verwandt: Homelab · RAG (Retrieval-Augmented Generation)

Mehr im Glossar

Alle Begriffe auf einen Blick →

Ein Network Attached Storage (NAS) ist ein spezieller Dateiserver, der über das Netzwerk Speicherplatz für mehrere Nutzer und Geräte bereitstellt.

In einfachen Worten

Stellen Sie sich ein NAS wie eine private Cloud für Ihr Unternehmen vor, die in Ihrem Büro steht. Es ist eine kleine Box mit mehreren Festplatten, die Sie an Ihr Netzwerk anschließen. Anders als ein USB-Stick, den Sie nur an einen Computer stecken können, greifen alle Mitarbeiter gleichzeitig über das Netzwerk auf die Daten zu. Ein NAS arbeitet wie ein eigener kleiner Computer, der nur für die Dateiverwaltung zuständig ist. Sie können darauf von Windows-PCs, Macs, Linux-Rechnern, Tablets oder Smartphones zugreifen – sofern die Berechtigungen stimmen.

Was bedeutet das technisch

Ein NAS ist ein eigenständiges Gerät mit einem Prozessor, Arbeitsspeicher und einem eigenen Betriebssystem, das auf Dateiverwaltung optimiert ist. Es enthält meist zwei bis zwölf Festplatten, die oft als RAID-Verbund (Redundant Array of Independent Disks) konfiguriert sind. RAID schützt vor Datenverlust: Fällt eine Festplatte aus, bleiben die Daten durch die anderen Platten erhalten. Das NAS kommuniziert über das Netzwerkprotokoll SMB/CIFS (für Windows) oder NFS (für Linux/Unix). Moderne Geräte unterstützen auch das Apple-eigene AFP-Protokoll.

Die Einrichtung erfolgt über eine Weboberfläche. Dort legen Sie Benutzerkonten an, vergeben Berechtigungen und konfigurieren Freigaben. Ein NAS kann mehr als nur Dateien speichern: Viele Modelle bieten Zusatzfunktionen wie integrierte Backup-Software, Medienserver, Überwachungskamera-Anbindung oder die Möglichkeit, Docker-Container auszuführen. Die meisten Geräte arbeiten mit einem Linux-basierten Betriebssystem, das der Hersteller regelmäßig mit Sicherheitsupdates versorgt. Die Datenübertragungsrate hängt von der Netzwerkgeschwindigkeit ab: Bei Gigabit-Ethernet erreichen Sie etwa 100-110 MB/s, mit 2,5-Gigabit-Ethernet oder 10-Gigabit-Ethernet entsprechend mehr.

Warum es für KMU relevant ist

Für kleine und mittlere Unternehmen löst ein NAS mehrere Probleme gleichzeitig. Erstens: Zentrale Dateiablage. Statt dass jeder Mitarbeiter Dateien auf seinem lokalen Rechner speichert, landen alle Dokumente auf dem NAS. Das vereinfacht die Zusammenarbeit und verhindert Dateninseln. Zweitens: Datensicherung. Ein NAS kann automatisch Backups von allen Arbeitsplatzrechnern erstellen. Viele Modelle unterstützen die 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon außer Haus – etwa durch Synchronisation mit einem zweiten NAS am anderen Standort oder mit einer Cloud.

Drittens: Kostenersparnis. Ein NAS für 500 bis 2.000 Euro (je nach Festplattenkapazität) ersetzt oft einen vollwertigen Server. Der Stromverbrauch liegt bei 20 bis 50 Watt, also etwa 50 bis 100 Euro pro Jahr. Ein Server verbraucht leicht das Zehnfache. Viertens: Mobiler Zugriff. Mitarbeiter können von unterwegs auf Firmendaten zugreifen, ohne dass Sie eine teure VPN-Infrastruktur aufbauen müssen. Die meisten NAS-Geräte bieten verschlüsselten Fernzugriff über eine App oder eine Webseite.

Risiken: Ein NAS ist kein Ersatz für eine professionelle Backup-Strategie. Auch ein NAS kann ausfallen, gehackt werden oder durch Ransomware befallen werden. Sie müssen das Gerät regelmäßig aktualisieren, starke Passwörter verwenden und den Fernzugriff absichern. Zudem sollten Sie die Daten nicht nur auf dem NAS speichern, sondern zusätzlich extern sichern – entweder in der Cloud oder auf einem zweiten NAS an einem anderen Ort. Für Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern oder hohen Performance-Anforderungen (z. B. Videobearbeitung) kann ein NAS an seine Grenzen stoßen. Dann ist ein klassischer Server oder eine professionelle Storage-Lösung sinnvoller.

Verwandte Begriffe

  • RAID – Verbund mehrerer Festplatten zur Erhöhung der Ausfallsicherheit oder Leistung
  • Cloud-Speicher – Externer Speicherplatz im Rechenzentrum eines Anbieters
  • Backup – Sicherungskopie Ihrer Daten zur Wiederherstellung nach Verlust
  • Server – Leistungsstärkerer Computer, der Dienste im Netzwerk bereitstellt
  • SMB/CIFS – Netzwerkprotokoll für den Dateizugriff unter Windows